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Tom Kelley:
Das IDEO Innovationsbuch. Wie Unternehmen auf neue Ideen kommen

ISBN: 3430153174
Erscheinungsjahr: 2002
Econ

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Verrücktheit mit Methode
        


 
as haben die ursprüngliche Apple-Computermaus, der Taschencomputer Palm V. und auf dem Deckel stehende Zahnpastatuben gemeinsam? An der Entwicklung aller dieser Produkte war die Design- und Ideenschmiede IDEO aus dem Silicon Valley beteiligt.

Tom Kelley, der Bruder des Unternehmensgründers David Kelley, beschreibt im IDEO Innovationsbuch eines der bisher am besten gehüteten Geheimnisse des Unternehmens: die einzelnen Schritte des Innovationsprozesses bei IDEO. Dabei wird dem Leser ein Bild eines Unternehmens gezeichnet, das an das Spiel von Kindern erinnert: wilde Streiche stehen an der Tagesordnung, Wasserpistolengefechte und Wasserbomben sind keine Seltenheit und Improvisation steht vor festen Regeln. »Die Arbeit bei IDEO war wie ein Sommerurlaub mit Freunden.«, so beschreibt Kelley den Unternehmensalltag.

Diese Schilderungen erwecken zunächst den Eindruck eines vollkommenen Chaos. Doch die Verrücktheit bei IDEO ist eine Verrücktheit mit Methode. Die Arbeit gehorcht einer sorgfältig entwickelten und laufend verfeinerten Methode, die zusammen mit geeigneten Arbeitsverfahren, einer innovationsfreundlichen Kultur und Infrastruktur das Geheimrezept von IDEO bildet.
IDEO wurde von der Zeitschrift Fast Company zur »weltweit angesehensten Designfirma« gekürt und das Wall Street Journal bezeichnete deren Büros als »Spielwiese der Phantasie«. In den letzten zehn Jahren stand IDEO an der Spitze der von Business Week veröffentlichten Liste jener Firmen, die die größte Zahl von Industrial Design Excellence Awards gewonnen haben.

Am Beginn des Innovationsprozesses bei IDEO steht, dass man den Markt, den Klienten, die Technologie sowie etwaige Beschränkungen, die der Lösung der Aufgabe entgegenstehen könnten, verstehen lernt. Immer wieder betont Tom Kelley, wie wichtig es ist, Menschen in realen Situationen zu beobachten, um herauszufinden, was sie bewegt. Dabei liefert die Beobachtung von Menschen, die auch einmal die Regeln brechen oder Abkürzungen nehmen, wertvollere Erkenntnisse als die Beobachtung solcher Menschen, die das Produkt bloß stur auf die vorgesehene Weise benutzen. Daher kann es besonders aufschlussreich sein, Kinder als Testpersonen auszuwählen, weil diese unvoreingenommen an Dinge herangehen.

Bei der Visualisierung neuartiger Konzepte und der Kunden für die entsprechenden Produkte geht es immer um eine Voraussage der Zukunft. Dabei sei es wichtig, seiner Vorstellungskraft freien Lauf zu lassen. Selbst wenn nicht alle Visionen für die Zukunft wahr werden, stößt man auf diese Weise auf eine Vielzahl neuer Ideen.

Hilfsmittel bei vielen Schritten im Innovationsprozess kann das Brainstorming sein wenn es denn richtig betrieben wird. Obwohl ein Großteil von Unternehmen angibt, Brainstorming zu betreiben, beherrschen es nach Meinung Tom Kelleys nur die wenigsten. Der Autor legt sieben Regeln dar, mit deren Hilfe Brainstorming zur Ideenmaschine wird.

Was durch die Schilderung des Arbeitsalltages bei IDEO schon anklang, wird in einem eigenen Kapitel nochmals bestätigt: Das einsame Genie ist ein Mythos, Innovationen brauchen Teamarbeit. Nicht jedes Team ist jedoch ein gutes Team: Teams, die Innovationen hervorbringen sollen, brauchen klare Ziele und eine ausgeprägte Persönlichkeit.

Ebenso wichtig wie die Zusammensetzung der Teams ist deren Arbeitsumgebung. Kelley spricht von Treibhäusern: am Arbeitsplatz müssen ideale Bedingungen für das Gedeihen guter Ideen herrschen, damit das Produktpflänzchen wachsen kann.

Mit Hilfe von Prototypen rückt man dann dem Ziel Stück für Stück näher. Dabei gilt es keine Zeit zu vergeuden und Prototypen in rasch aufeinander folgenden Wiederholungen zu vervollkommnen. Und manchmal stößt man durch wenig erfolgreiche Prototypen auf völlig neue Erkenntnisse, die zur nächsten bahnbrechenden Idee führen.

Am Ende des Innovationsprozesses steht die Entscheidung, mit der gegenwärtigen Version einer neuen Schöpfung »zu leben«. Man kann nicht unbegrenzt Brainstorming betreiben und Prototypen bauen. Im Wettlauf mit den Konkurrenten müssen die Innovatoren irgendwann den Sprung ins kalte Wasser wagen und das Konzept für die Kommerzialisierung implementieren.

Der von Tom Kelley beschriebene Fahrplan zum Innovationserfolg klingt schrecklich banal. Die vielen Erfolge von IDEO für Kunden wie beispielsweise BBC, Cisco Systems, Nike oder Pepsi-Cola geben dem Autor und seiner Methode allerdings Recht. Und amüsant zu lesen ist das Buch durch die vielen Anekdoten und die Schilderung von Erfolgsgeschichten, aber auch witzigen Fehlschlägen allemal. Gerade auch, weil IDEO an der Entwicklung unzähliger Produkte beteiligt war, die jeder kennt.

Und da es in einem Unternehmen nie genug Kreativität im Denken sowie bei Produkt- und Prozessinnovationen geben kann, bietet das IDEO Innovationsbuch Anregungen für jedermann.